Die Waldschule „Alte Mühle“ ist eine waldpädagogische Einrichtung. Kindertagesstätten, Schulen, Naturinteressierte, Erholungssuchende sowie andere Institutionen können unter der Leitung von pädagogisch geschulten Mitarbeitern den Wald erleben. Die Wälder der Märkischen Schweiz eignen sich hervorragend für Lehr- und Erholungswanderungen.
Während an der „Alten Mhle“, einer Liegenschaft des Landesbetriebs Forst Brandenburg, in den 1990er Jahren und zu Beginn der 2000er Jahre noch eine Revierförsterei ihre Räumlichkeiten hatte, wird sie seit 2017 in Kooperation mit dem Forstbetrieb nur noch vom Verein Naturschutzpark Märkische Schweiz e.V. betrieben. Die Organisation von Veranstaltungen läuft über das Umweltbildungszentrum Drei Eichen: anmeldung@dreichen.de.
Im Rahmen des deutsch-polnischen Interreg-Projektes „Von Park zu Park – mit Theodor Fontane Schätze des Natur- und Kulturerbes entdecken“ konnte die sogenannte „Waldhalle“ saniert werden. Sie wurde an die Strom- und Wasserversorgung des Hofes angeschlossen. Die alten „Plumpsklos“ der Waldschule waren schon vorher zu Komposttoiletten umgebaut worden. Die Waldhalle dient nun als Seminar- und Werkraum, verfügt über rund 140 m² Platz, je nach Bedarf mit Tischen und Bänken oder Freiraum und Sitzmatten, eine kleine Teeküche und einen „Raketen-Kachelofen“ zum Heizen.

Das „Hauphaus“ an der „Alten Mühle“ ist zweigeteilt: der alte ungenutzte Mühlteil (links) und der Dienst- und Wohnteil (rechts), in dem bis in die 2000er Jahre Revierförsterei, Waldschule und Dienstwohnung untergebracht waren.
Die Besiedlung des Ortes mit dem Namen „Mühle“, „Alte Möle“ (17. Jhdt.) oder „dy alte möle“ (15. Jhdt.) ist im Historischen Ortslexikon von Brandenburg erstmals für 1253 schriftlich belegt. Damals gründeten Zisterziensermönche des schlesischen Klosters Leubus den nahegelegenen Mönchshof, heute das Dorf Münchehofe, das bis 1405 im Besitz des Klosters war.
Die Wassermühle mit unterschächtigem Rad lieferte die notwendige Energie zum Mahlen von Getreide, später für ein Sägewerk und schließlich zur Stromgewinnung. In den 1950er Jahren wurde der benachbarte Hof von Drei Eichen durch den Strom von der Alten Mühle elektrifiziert. Die damaligen Forstlehrlinge aus Drei Eichen verlegten die Leitung (mdl. Mittlg.).
Das Haus, wie es heute noch erhalten ist, wurde vermutlich zwischen 1800 und 1900 gebaut. Der liegende Kehlbalken-Dachstuhl weist einen markanten Längsverband auf.
Relikte der Ausstattung sind im Mühlteil noch erhalten.
Ein Bach durchströmt heute das Kellergeschoss, das aus ausgezwickelten Spalt-Feldsteinen erbaut ist. Hier ist auch der BIber aktiv und hinterläßt seine Spuren. Dass auf der Liegenschaft auch Fledermäuse leben ist belegt, ebenso wie die unbefugte Nutzung von Räumlichkeiten durch Waschbären.
Die Flächen entlang des Mühlenfließes sind als Nationales Naturerbe ausgewiesen.
Der Verein bemüht sich, den historischen Mühlenstandort in Kombination mit der Waldpädagogik und Förderung des Umweltbewusstseins durch eine nachhaltige, ökologische und naturverträgliche öffentliche Nutzung zu erhalten.

Alte Ansicht mit Wasserrad (Autor unbekannt), Alte Landkarte mit wenig Wald

Ansicht „Haupthaus“ (1997) u. Ausstattungsreste (1999, A. Jander), Giebelwand und Erdgeschoss mit Blick in den Keller (2026, A. Radig)
